Am 25.06.2017 Auftritt bei den  Heimattagen in Rheinzabern mit reduziertem Chor.


Katharinenkapelle in Landau am 05.05.2017


Von „Tatschofonie“ und Swing

 

Freimersheim: Benefizkonzert von Vokalensemble „Sing-A-Pur“ und Saxofon-Sextett „Sax du Coeur“ – Satirische Gesänge und rhythmische Klänge

Zwei Stunden hochkarätige Unterhaltung bei „Humor, Sax und Chor“ gab es am Samstag in der protestantischen Kirche Freimersheim. Dort hatten das Vokalensemble „Sing-A-Pur“ Landau und das Landauer Saxofon-Sextett „Sax du Coeur“ zugunsten des barocken Kirchbaus ein Benefizkonzert gegeben.

Wer nicht da war, hat definitiv was versäumt, war die Meinung zahlreicher Besucher. Von Anfang an überzeugten beide Gruppen mit ihren beeindruckend präzisen, ausgefeilten Darbie-tungen, sichtlich geprägt von der Freude am Singen und Musizieren. Mit „Magna Ars“ (Text und Musik von Sören Sieg) eröffnete „Sing-A-Pur“ das Konzert, um dann gleich in die eher satirisch-ironischen Gesänge mit Lautmalereien, Schnippen, Schnalzen und Nachahmung von Musikinstrumenten einzustimmen. Die sechs Männer und zehn Frauen sangen und gestalteten nicht nur die Lieder, sie lebten sie regelrecht. Im fliegenden Wechsel zwischen Dirigentenpult und Chor standen die beiden Chorleiter und Sänger Martin Rothe und Benno Burkhart, die auch die Titel anmoderierten. „Tatschofonie“, ein Text über den Zeitgeist prägende Handys und Smartphones, „Sie liebt mich“ und „Kuscheln, Sex und Händchenhalten“ stammten in Text und Musik von Oliver Gies und kamen beim Publikum gut an. Ebenso die Musik zu „Die Made“ von Heinz Erhardt.

Bekannte und beliebte englische Pop-Songs wurden im zweiten Block interpretiert: „The beat goes on“ (Musik Sonny Bono), „Short people“ (Text und Musik Randy Newman) mit einem Solo von Jürgen Burg, „Helpless hoping (Text und Musik Stephen Stills) sowie „Sweet dreams“ (Text und Musik Eurythmics, Chorarrangement Martin Rothe). Mit „African call“ (Text und Musik Bertrand Gröger und Klaus Frech) unternahm der Chor eine Reise auf den schwarzen Kontinent.

Die Choristen haben außerdem ihre Liebe zu Volksliedern entdeckt – modern aufbereitet oder mit kritischen, satirischen Texten: „Zum Tanze“ (Arrangement Benno Burkhart) oder „Es klappert die Mühle“ als „Techno-Mühle“ mit Rap-Einlage und mit Anspielung auf die Freimersheimer Mühle (Carsten Gerlitz) begeisterten das Publikum.

Für einen schwungvollen Wechsel von Gesang zum Saxofon sorgte das Landauer Saxofon-Sextett „Sax du Coeur“, das nicht nur das Herz im Titel trägt, sondern auch mit Herz, Freude und viel Können die Zuhörer beeindruckte. Verbindendes Mitglied beider Gruppierungen ist Michael Schneiders, der Mann am Bariton-Saxofon; Annette Kluge moderierte das Programm der sechs Instrumentalisten, die wie ein Chor mit Sopran-, Alt-, Tenor- und Bariton-Saxofon aufgestellt sind. Ein Schlagzeuger gehört ebenfalls zur Gruppe und unterstreicht mit seinem Instrument den typischen Sound, war jedoch terminlich verhindert.

„Swing the gavotte“, „The Pink Panther“, „Blue monk“, „Hit the road, Jack“, „The Muppet Show Theme“, „He’s got the whole world“ und „The boogie woogie bari boy“ – die Saxofon-Begeisterten kamen voll auf ihre Kosten. Niemand blieb mehr ruhig auf den Bänken sitzen. Groovig und schmissig ging es auch im zweiten Block weiter mit „Cantalupe Island“, „Oh, lady be good!“, „Ulla in Africa“, das ruhige „Little serenade“ bildete den Abschluss.

Mit langanhaltendem Applaus bedankte sich das Publikum für das mitreißende Programm. Mit „At last“, verbunden mit einem herrlichen Tenor- und Sopran-Solo, verabschiedete sich „Sing-A-Pur“. „Sax du Coeur“ ließ die Besucher mit dem Gershwin-Klassiker „I got rhythm“ auch mit Rhythmus im Herzen nach Hause gehen. dnb


Ausgabe:

Die Rheinpfalz - Marktplatz Regional Landau Edenkoben - Nr. 39

Datum:

Mittwoch, den 28. September 2016